„Taekwondo Gemeinschaft Allgäu stellt zwei neue deutsche Meister“
Rebecca Rieger und Marco Scheiterbauer erkämpfen Gold, Patrick Rieger Bronze

Marktoberdorf/Ingolstadt (and).  Exakt im geplanten Leistungshoch waren die Marktoberdorfer Rebecca
Rieger (Kadetten bis 54 Kilo) und Marco Scheiterbauer (Herren bis 84 Kilo) bei den deutschen Meister-
schaften in Ingolstadt. Nachdem der Sportsoldat vor einigen Wochen bei den „German Open“ noch nicht
ganz in Topform war, präsentierte er sich bei den nationalen Titelkämpfen hochkonzentriert, technisch
variabel und konsequent. Dadurch musste sein zweiter Gegner aus Chemnitz wegen klarer Unterlegenheit
sogar vorzeitig das „Handtuch schmeißen“ und den Kampf abbrechen. Auch das Halbfinale war eine klare
Angelegenheit und eher eine Pflichtaufgabe für den technisch versierten Allgäuer. Im Finale gegen
Robert Hofmann aus Fürth zeigte sich Marco Scheiterbauer ebenso kampfbestimmend und glänzte alle
drei Runden durch eine sehr offensive und klare Kampfgestaltung. Auch dieser Sieg ging unangefochten
an Scheiterbauer, der sich somit seinen zehnten deutschen Meistertitel erkämpfte. Mit seinem neuen
Titel „im Rücken“ coachte Marco Scheiterbauer dann Rebecca Rieger, seine Kämpferin aus dem erfolgs-
trächtigen Talentförderprojekt der Taekwondo Gemeinschaft Allgäu. Sie startete in der neu ins Leben
gerufenen Kadetteneinteilung, was die Altersgruppe von 13 bis 15 Jahre beinhaltet. Nachdem sie im
Halbfinale von dem Ausfall ihrer Gegnerin profitierte, stand sie im Finale der Favoritin aus Wolnzach
gegenüber, die zuvor klar und mit harten Treffern gegen die weitere Titelanwärterin aus Geretsriederin
gewann. Die junge „Newcomerin“ aus Marktoberdorf ließ sich dadurch jedoch nicht beeindrucken und
diktierte auf Anweisung ihres Coaches das Finale mit einer klaren Offensive. Diese wurde gleich mit
Punkten belohnt. Trotz ihrer frühen Führung behielt sie das hohe Tempo bei und konnte zum Schluss
einen Punktesieg erkämpfen. Dies war der zweite Titel für die Taekwondo Gemeinschaft Allgäu bei der
sehr gelungenen Veranstaltung, die im Abendprogramm von über 1800 Zuschauer und drei Fernsehsendern
besucht war. Für eine weitere Überraschung aus Allgäuer Sicht sorgte Rebeccas Bruder, Patrick Rieger.
Da er als 16-jährigre mit einer Sondergenehmigung in der Seniorenklasse bis 54 Kilo angetreten ist,
war das Ziel eigentlich das Sammeln von Turniererfahrung im Seniorenbereich. Die angenehme Überraschung
gelang ihm dann im Viertelfinale, als er Enrico Gaudig aus Schleiden mit sehenswerten Treffern besiegte
und somit eine Runde weiter kam. Erst Yilmaz Taifun aus Nürnberg konnte ihn im Halbfinale in einer
ausgeglichenen Begegnung stoppen. Trotzdem freute sich der Trainerstab der Taekwondo Gemeinschaft
Allgäu und feierte auch diese Medaille ausgiebig. Einige Allgäuer waren beliebte Interviewpartner der
TV-Moderatoren. Ebenso erfreulichen Einsatz, jedoch ohne Medaillengewinn, zeigten sich Mustafa
Karacabey (Memmingen, Herren bis 72 Kilo), Andre Mayer (Kraftisried, Kadetten bis 50 Kilo) und
Johanna Filser (Marktoberdorf, Kadetten bis 49 Kilo) und Daniela Nüßlein (Marktoberdorf, Kadetten bis
39 Kilo). Auch sie konnten einige Kämpfe gewinnen, scheiterten jedoch meist kurz vor dem Halbfinale. 
„Alles in Allem hat sich unsere Linie durch diese Ergebnisse bestätigt und motiviert uns für die weitere
Arbeit“ resümierte der Vorstand der Taekwondo Gemeinschaft Allgäu. Mit Spannung erwatet wird auch das
Ergebnis der Nationalmannschaft von der Junioren Europameisterschaft in Baku/Aserbaidschan (die
Redaktion berichtete), wo Manuel Streif (Marktoberdorf, bis 68 Kilo) am Freitag antreten wird. Als
portdirektor ist dort Udo Wilke (Kaufbeuren) und als unterstützender Landes- und Vereinstrainer Marco
Scheiterbauer im Einsatz. Danach geht es mit den „Nachwuchskämpfern“ des Talentförderprojekts zum
Challenge nach Regenstauf. Auch dort wollen die Allgäuer wieder in den Medaillenrängen landen.