Militär-Weltmeisterschaft in Seoul/KOR

17. MILITÄR-WELTMEISTERSCHAFT 2006
in Seoul/Korea vom 18. bis 24. September 2006

Deutsches Taekwondo Herrenteam erneut unter den besten Drei
Eine Gold- und eine Silbermedaillen waren die Ausbeute

Anreise

In Seoul wurde unser kleines Team vom koreanischen Organisationspersonal freundlich empfangen und zu den Unterkünften gebracht. Diese waren im Militärgelände (Sang Mu) am Stadtrand von Seoul. Die ersten Tage waren mit Training, Taktikbestimmung, Organisation, Meetings, Gewichtabkochen, Stadtbesichtigung und Losen gefüllt.


Die Vorbereitung verlief wie geplant innerhalb mehrerer Bundeswehr- und DTU-Lehrgängen vorwiegend in Sonthofen unter der Leitung von Bundestrainer Georg Streif.


Wettkämpfe

Fliegengewicht bis 58 Kilo, Boris Winkler, 1 Kampf, 1/8 Finale

Boris zeigte sich in der Vorbereitung sehr konzentriert und in einer Top-Verfassung. Leider konnte er diese nicht in seinem Auftaktkampf gegen den Türken abrufen. Er ließ sich zu schnell überraschen und konnte den Vorteil seines Gegners nicht mehr aufholen. Somit musste er sich etwas unter Wert mit 6 (-1,5):10 (-1) geschlagen geben. Hier wäre mehr drin gewesen.

 


Federgewicht bis 67 Kilo, Daniel Manz, 4 Siege, MILITÄRWELTMEISTER  

Daniel gewann spektakulär gegen den favorisierten Koreaner Sun-Il Hong in einer sehenswerten Begegnung, die vom koreanischen Fernsehen übertragen wurde. Nach einem dramatischen Kampfverlauf stand es nach drei Runden unentschieden. So wurde der Sieg in der vierten Runde durch den „Golden Point“ bestimmt. Dieser gelang Daniel durch eine gezielte Kontertechnik. Im Viertelfinale machte ihm der Kuwaiter zwar das Kämpferleben durch seine starken Konterattacken schwer, aber unser „Frischling“ konnte sich letztendlich mit 7 (-1):5 Punkten durchsetzen. Klarer verlief das Halbfinale, das er gegen den Österreicher Manuel Mark mit 13 (-1):5 (-1) gewinnen konnte. Im Finale gegen Dennis Bekkers, den Titelverteidiger aus Holland, wurde es wieder sehr spannend. Der verdiente Sieg ging zum Schluss mit 3:2 Punkten an den sehr konzentriert agierenden Daniel Manz, der in der Endphase den entscheidenden Treffer setzen konnte.


Mittelgewicht bis 84 Kilo, Robert Hofmann, 4 Kämpfe,
 VIZE-MILITÄRWELTMEISTER

Mit seinem druckvollen Kampfstil besiegte Robert, der der in einer Topform war, den Kämpfer aus Lesotho klar und vorzeitig mit 10:2 Punkten. Ebenso klar gewann er  vorzeitig gegen den jungen US - Amerikaner mit 11:3 Punkten. Im Halbfinale wurde die Begegnung mit dem Russen eine knappe Angelegenheit. Erst in der Schlussphase konnte sich Robert eine 8:7 Führung erlangen. Somit zog er ins Finale gegen den favorisierten Il-Sang Yoo aus Korea ein. Dort zeigte Robert wieder seine ganze Palette seines Könnens und konnte alle Standards gut bewältigen. Nachdem der Kampfverlauf bis zum Schluss ausgeglichen verlief, konnte sich der Koreaner knapp mit 7:6 behaupten. Somit errang der Nürnberger den Vizetitel und bewies seinen Anschluss an die Weltspitze.


Schwergewicht über 84 Kilo, Marco Scheiterbauer, 2 Kämpfe, Viertelfinale

Mit seinem offensiven Kampfstil besiegte Marco seinen Gegner aus USA klar mit 12:7 Punkten vorzeitig. Im Viertelfinale musste er dann gleich einen 2 Punktevorsprung von Aydin Bekir aus der Türkei aufholen. In einem ausgeglichenen Match setzte sich der Türke, der später die Bronzemedaille erkämpfte, mit 10 (-1):8 Punkten durch.


Damenwettkämpfe


Nadelgewicht, bis 47 Kilo, Caroline Steinhuber, Viertelfinale

Carolin zeigte trotz ihrer nicht optimalen Vorbereitung eine gute Einstellung und gestaltete den Kampfverlauf knapp. Leider erhielt die spätere Siegerin in der Endphase einen Punkt mehr und Caro verlor knapp mit 9 (-1):10 (-1).

Fliegengewicht bis 51 Kilo, Nildem Kayas, Viertelfinale

Da Nildem erst im Februar eine Kreuzbandoperation hatte, stand ihr Einsatz lange in Frage. Aufgrund ihrer sehr guten Aufbauarbeit konnte sie eine passable Leistung gegen die Russin zeigen, die leider nicht belohnt wurde. In der vierten Runde erhielt die spätere Drittplazierte fragwürdig den „Golden Point“.  Somit Aus im Vorkampf.


Teamwertung

Aufgrund der starken Teamreduzierung auf nur sechs Wettkämpfer war die Mannschaftswertung unter den 31 Teams  erschwert. Trotzdem plazierte sich das Herrenteam mit einer Gold- und einer Silbermedaille hinter Korea und Iran wieder unter den besten drei Teams. Der technische Stand und das Auftreten unseres Teams waren beeindruckend. Der Preis „Bester Coach“ ging an Bundestrainer Georg Streif.

Resümee

Aufgrund des sehr guten Teamgeistes aller Offiziellen und Kämpfer und der klaren Arbeitseinteilung, war für Top-Rahmenbedingungen gesorgt. Die Kämpfer/innen unterstützten sich alle gegenseitig und blieben auch bei Hindernissen oder zweifelhaften Bewertungen konzentriert und zielsicher. „Ich bin mit der gezeigten Leistung sowie dem Ergebnis sehr zufrieden. Zuversichtlich stimmen mich der Titelgewinn von Daniel Manz und der Vizetitel von Robert Hofmann, da die jungen Sportsoldaten noch einige Jahre vor sich haben. Das wir zum wiederholten male zu den besten drei Herrenteams innerhalb des Militärs zählen, spiegelt eine kontinuierliche Trainingsleistung der Athleten wieder“ resümierte der Bundestrainer. „Bis zur nächsten Militär-Weltmeisterschaft sollte unser Teamstärke vergrößert werden“.


Text und Fotos ATP

Weitere Informationen (Poollisten, Ergebnisse usw.) können bei der Hompage www.sangmu.go.kr eingesehen werden. Verbandsinformationen unter www.dtu.de